Der Austausch-Schüler - Hörbuch
von Justin Black (1CD)
Beschreibung:
Romeo, ein 15-jähriger, "ganz normaler"
Schüler, verschläft eines Tages und kommt
zu spät zum Unterricht. In seiner Klasse angekommen,
erwartet er eine ausführliche Moralpredigt von
seiner Klassenlehrerin Frau Adler.
Doch statt ihn zu bestrafen, fordert ihn die sonst eher
kratzbürstige Lehrer auf, sich gleich zu setzen.
Erst jetzt bemerkt Romeo, dass sich etwas in seinem
Klassenzimmer verändert hat. Die Klasse hat sich
um einen Schüler vergrößert.
Der neue Schüler heißt Matthew, ist Amerikaner,
sieht gut aus und ist Romeos Meinung nach entschieden
zu cool. Der Austauschschüler wird für ein
Jahr seine Schule besuchen, da sein Vater beruflich
- er arbeitet irgendwie beim Film - in Deutschland zu
tun hat.
Von Anfang an hat Matthew einen kleinen Fanclub. Romeo
lässt er jedoch unbeeindruckt.
Doch Matthew sucht den Kontakt zu ihm. Er sucht immer
seine wieder Hilfe in schulischen Fragen.
Als Romeo den Austauschschüler eine nachmittags
besucht, ist dieser wie ausgewechselt und die beiden
haben viel Spaß miteinander. Romeo bemerkt aber,
dass er nicht nur rein freundschaftliche Gefühle
für den Amerikaner hegt. Verzweifelt sucht er den
Rat seiner besten Freundin, die ihm auf den Kopf zu
sagt, er sei homosexuell und sie habe sich das schon
lange gedacht. Romeo ist froh, endlich über sich
selbst Bescheid zu wissen. Er entschließt sich
aber, sich nicht zu outen, um dem Gespött und den
Angriffen seiner Mitschüler vorzubeugen.
Er kann seine Neigungen auch geheim halten, bis er auf
einer Party von Tim, dem in der ganzen Schule bekannten
Raufbold, auf den Kopf zugesagt kriegt, er habe mit
Matthew eine sexuelle Beziehung. Romeo ist verzweifelt...
Rezension:
Justin Black, Autor und Filmemacher, hat dieses Hörbuch
geschrieben und selbst produziert. Hierzu konnte er
die Schauspieler Andreas Jäger und Susanne Maierhöfer
gewinnen. Leider ist die Qualität der Aufnahme
nicht optimal (leichter Hall), aber bei einer Produktion,
die mit einem kleinen Budget auskommen muss, kann man
einfach nicht dasselbe wie bei den großen, teuren
Produktionen erwarten. Im Endeffekt machen genau diese
vermeintlichen Unzulänglichkeiten, den Charme solch
einer Produktion aus.
Hat man sich erstmal in dieses Hörbuch eingehört
- anfangs ist die Sprache noch etwas holprig (das Wörtchen
"hätte" kommt etwas zu oft vor) - macht
es richtig Spaß die weitere Story zu verfolgen.
Der Konflikt, in dem sich der Protagonist befindet,
ist absolut echt und überzeugend dargestellt.
"Der Austausch-Schüler" ist die Geschichte
eines Pubertierenden, der merkt, dass er "nicht
ganz normal" ist, über die gefühlsmäßige
Berg- und Talfahrt, die diese Erkenntnis mit sich bringt
und eine Beinahe-Katastrophe, die aus diesem Gefühlschaos
resultiert.
Die Sprecher, beide Schauspieler am Staatstheater Braunschweig,
haben ihren Job sehr gut gemacht, wenn auch Andreas
Jäger dazu neigt, "davon zu laufen".
Er spricht manchmal etwas schnell. Besonders gefällt,
dass die weiblichen Parts der Geschichte auch von einer
Frau gesprochen werden (und das sehr einfühlsam).
Die Teile in denen Männer reden, sowie die beschreibenden
Passagen werden von einem Mann gesprochen.
Homepage
des Autors
Fazit:
"Der Austausch-Schüler" beschäftigt
sich mit einem schwierigen Thema, das sehr gut verabeitet
wurde. Dies allein ist schon eine Empfehlung wert. Ein
weiterer Grund für eine Kaufempfehlung ist, dass
der junge Autor Justin Black das Hörbuch in Eigenregie
produziert hat. Es wäre schön, wenn noch mehr
deutsche Autoren den Mut hätten, diesen unkonventionellen
Weg zu gehen. |