Choral des Todes - Hörbuch von Jean-Christophe Grangé (6 CDs)
Beschreibung:
Lionel Kasdan ist ein pensionierter Kommissar. Seit sein Leben etwas ruhiger geworden ist, engagiert er sich zunehmend sozial. So kommt es, dass Kasdan gerade in seiner armenischen Kirche tätig ist, als ein markerschütternder Todesschrei durch das Gemäuer gellt.
Der Exkommissar spürt die alten Instinkte in sich aufsteigen und eilt zur Quelle des Schreis. Er findet den Chorleiter und Organisten der Kirche tot auf der Empore in einer Blutlache, die sich aus seinen Ohren ergießt. Ansonsten sind allerdings keine Verletzungen zu sehen.
Kasdans Neugier ist geweckt, zumal ihm der Pathologe bestätigt, dass es an der Leiche tatsächlich keinerlei Verletzungen durch äußere Gewalteinwirkung gibt, bis auf scheinbar durchstochene Trommelfelle. Doch es werden keinerlei Matallsplitter gefunden. Diese hätten aber im Ohr sein müssen, denn die Verletzungen hätten nur durch einen äußerst spitzen Gegenstand unter hoher Gewalteinwirkung verursacht werden können. Außerdem sei der Chorleiter an Herzstillstand gestorben, wie der Pathologe Kasdan nach der Obduktion mitteilt. Rätselhaft ist auch, dass man einen Fußabdruck findet, der sehr klein ist - wie von einem Kind. Lionel Kasdan macht sich daran, den Fall zu lösen.
Schnell findet er heraus, dass Wilhelm Götz, der Tote, ein vor dem Pinochet Regime geflüchteter Chilene ist, der in ganz Paris Kirchenchöre leitete. Der Exkommissar wittert eine Spur, die allerdings in's Leere führt.
Wenig später bricht Lionel Kasdan in die Wohnung von Wilhelm Götz ein und findet eine CD mit einer Aufnahme von "Miserere" von Gregorio Allegri, gesungen von einem Knabenchor mit einem hervorragenden Solisten.
Als Kasdan auf dem Balkon ein Geräusch hört und jemanden flüchten sieht, beginnt eine hektische Verfolgungsjagd. Als er den Flüchtenden stellt, erzählt ihm dieser, dass er Nazeer heiße und der Geliebte von Götz gewesen sei. Nazeer übergibt dem Exkommissar den Terminkalender und das Adressbuch des Ermordeten. Außerdem macht der Inder Andeutungen, dass der Tote in großer Angst gelebt hätte, weil er sich bereit erklärt hatte, gegen inzwischen in aller Welt verstreute Chilenen auszusagen, die das Pinochet Regime unterstützt bzw. in dessen Namen gefoltert hatten. Damit scheint das Mordmotiv einen politischen Hintergrund zu haben.
Schon bald erfährt Kasdan, dass auch ein anderer Ermittler an dem Fall dran ist: Cédric Volokine, ein drogenabhängiger Polizist, der sich auf die Aufklärung von Kindesmisshandlumgen spezialisiert hat.
Gemeinsam machen sie sich daran, die Fäden zu entwirren, die hinter diesem und auch anderen misteriösen Morden stecken. je tiefer sie in den Fall einsteigen, desto größer wird die Gefahr, in die sie sich begeben.
Rezension:
Sicherlich ist Choral des Todes nicht der beste Grangé, den ich gehört habe, aber dennoch hat der Autor ein höchst spannendes Werk geschaffen. Bei Weitem nicht so blutig, wie man es von dem Meister des Mysterythrillers gewöhnt ist, können sich auch zartbeseitetere Gemüter an diesem Hörbuch erfreuen. Manchmal sind die Zusammenhänge nicht wirklich nachvollziehbar und auch ein bisschen weit hergeholt, doch man sollte diesen Thriller als das nehmen, was er ist: Spannende Unterhaltung - nicht mehr und nicht weniger. Wie so oft bei Grangé wird der Hörer an viele verschiedene Schauplätze entführt. Das gibt dem Ganzen Geschwindigkeit und der autor vermeidet dadurch Längen, die ja in einem Thriller nichts zu suchen haben. Das heißt aber nicht, dass der Hörer nicht auch mal verschnaufen kann.
Leider wird dieses Hörbuch nicht, wie die meisten Grangés von Joachim Kerzel gelesen, sondern von Wolfgang Pampel, der, ich muss es leider sagen, bei Weitem nicht an Kerzel herankommt. Er liest sehr gut, hat die richtige Stimme und Stimmung, aber es fehlt einfach etwas. Schade, denn ich bin der Meinung, dass Joachim Kerzel dem Ganzen noch ein bisschen mehr Spannung verliehen hätte. Ich gebe es zu, ich bin Kerzel-Fan ;O)
Fazit:
Grangés Choral des Todes ist solide, spannende Unterhaltung. Nicht so blutig und mitreißend, wie die Vorgänger, aber dennoch die Zeit wert, die man diesem Hörbuch-Thriller widmet. Grangé Fans werden etwas enttäuscht sein. Für alle anderen Thriller-Liebhaber kann ich das Hörbuch mit kleinen Einschränkungen empfehlen. |