Nordermoor - Hörbuch-Krimi von Arnaldur Indriđason
Beschreibung:
Erlendur, ein Kriminalkomissar aus Reykjavik, wird zu einem Mord nach Nordermoor gerufen. Er und sein jüngerer Kollege Sigurur sehen sich zuerst einem scheints sinnlosen Gewaltverbrechen gegenüber, bei dem ein älterer Mann mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen wurde. Seltsam ist jedoch ein Zettel mit einer Botschaft, die auf der Leiche hinterlassen wurde.
Weitere Untersuchungen ergeben, dass der Tote auf seiner Festplatte Unmengen an pornographischem Material der übelsten Sorte gespeichert hat. Fast vierzig Jahre zuvor war dieser auch schon einmal auffällig geworden. Holberg, das Mordopfer, hatte angeblich eine junge Frau vergewaltigt. Er war damals zwar angezeigt, aber freigesprochen worden.
Da sich dem Komissar in der Gegenwart zuerst keine greifbaren Spuren zeigen wollen, beginnt er mit seiner Recherche in der Vergangenheit. Einer der Männer, die bei der angeblichen Vergewaltigung mit von der Partie war, ist jedoch seit 25 Jahren verschwunden. Der Dritte im Bunde sitzt im Gefängnis. Von ihm erfährt Erlendur, dass Holberg vor seinen Freunden mit einer weiteren, früher stattgefundenen Vergewaltigung prahlte. Er schickt Sigurur auf die Suche nach dem damaligen Opfer. Zuerst überwältigt von der Masse an in Frage kommenden Frauen, findet dieser die Missbrauchte relativ schnell.
Je tiefer der Komissar und sein jüngerer Kollege in den Fall eindringen, desto mehr Tragödien fördern sie zu Tage.
Während der Ermittlungen hat Erlendur aber auch mit seiner eigenen Tragödie zu kämpfen: Seine Tochter ist drogenabhängig und nicht gewillt diesen Zustand zu ändern. als sie jedoch schwanger wird, wahrscheinlich von einem ihrer Freier, beginnt sie über ihr Leben nachzudenken und es mit Hilfe ihres Vaters umzukrempeln...
Rezension:
"Nordermoor" ist ein typischer "Skandinavien-Krimi". Zeitweise erinnern die Charaktere und deren Schiksale sehr an die Figuren aus Romanen eines schwedischen Kollegen Indriđasons, wenn sie auch teils noch etwas düsterer gezeichnet sind. Diese Tatsache ist aber nicht unbedingt von Nachteil, denn dadurch hört man sich, zumindest wenn man schon einmal einem Krimi aus dem hohen Norden gelauscht hat, schnell in die Story ein.
Der Autor versteht es, Schauplätze und zeitliche Sprünge so gekonnt zu verknüpfen, dass der Hörer nie aus dem Konzept kommt und der Handlung gut folgen kann.
Die Geschichte selbst ist spannend und sehr gelungen. Der Krimi baut sich langsam auf und im Laufe der Geschichte kommen immer mehr verblüffende Zusammenhänge zutage. Die Charaktere, allen voran die Hauptfigur, sind gut durchdacht und spiegeln das dunkle Land wider, in dem der Krimi spielt. Der Autor fesselt den Hörer und hält dessen Neugierde meisterlich in Schach.
Frank Glaubrecht, Synchronstimme von Al Pacino, Pierce Brosnan und anderen Hollywoodgrößen, untermalt mit seiner markanten, unverwechselbaren Stimme dieses mit vielen Dialogen gespickte Werk wirklich bravourös. Er ist nicht nur erste Wahl unter Deutschlands Sprechern sondern, gerade für diesen Hörbuch-Krimi, als Besetzung wie geschaffen.
Fazit:
"Nordermoor" ist nicht ganz das, was ich mir nach all den Lobpreisungen in der Presse davon versprochen habe - das ist aber reine Geschmackssache. In jedem Fall ist es aber ein sehr guter Hörbuch-Krimi, der zu fesseln versteht. Der Sprecher trägt das Seinige dazu bei.
Alles in Allem also
ein spannender, gut durchdachter Krimi für kalte Herbsttage... |